| Kunst parallel zur Natur
Inselmuseum Hombroich
1998
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Die Insel ist urweiblich.
Sie gebärt, hält zusammen,
stützt, dient und lässt frei.
Sie ist kein Muss, sondern ein Darf.
Sie ist nicht entweder oder,
sondern sowohl - als auch.
Sie fordert jeden zur täglichen
Auseinandersetzung mit sich selbst.
Sie ist kein männliches Feld für
Organisation, Hetzjagd, Anhäufung,
Macht und Demonstration.
Die Insel duldet und wünscht
neue Menschen,
Frauen und Männer.
Sie lockt, verführt und nimmt ein,
zwingt aber zum Dienen.
Sie huldigt dem Dürfen.
Sie vertraut dem, der ernsthaft ist.
Sie ist ein Weg, auf dem man
durch unterschiedliche Versuche
in unterschiedlichen Bereichen
gemeinsame Erfahrungen
und Ergebnisse sammelt.
Die Insel hat kaum Platz für Männlichkeit.
Karl Heinrich Müller
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